Wissenswertes zum IfPM und zum Studium
Der neue Bachelor-Studiengang "Pädagogikmanagement" verbindet erstmals in Deutschland pädagogische Arbeit mit Managementwissen und Kommunikationskompetenz.
Berufserfahrene Erzieher/innen können an diesem berufsbegleitenden Hochschulstudiengang auch ohne Abitur oder Fachhochschulreife teilnehmen.
Erzieher/innen: "Es gibt wohl keine andere Berufsgruppe, die so fortbildungsbereit ist." (Deutsches Jugendinstitut*)
Ergebnisorientierte Pädagogik ist eine anspruchsvolle Management- und Kommunikationsaufgabe. Das wird jede erfahrene Mutter bestätigen. Und dennoch: Erzieherische Berufe fristen seit Jahrzehnten ein Mauerblümchendasein und ernten wenig öffentliche Anerkennung. Studien wie PISA belegen in drastischer Form, dass sowohl die Qualität frühkindlicher Pädagogik als auch die der Jugendhilfe enorm gesteigert werden muss. Nicht ohne Grund entstehen an vielen Universitäten und Hochschulen in Deutschland neue pädagogische Studiengänge.
Dieser Ansatz wird seine Wirkung zumindest in Bezug auf Nachwuchskräfte nicht verfehlen und doch greift er nicht wirklich: Denn für mehr als 250.000 berufstätige Erzieher/innen in Deutschland ist dies kein gangbares Qualifizierungsmodell. Die nicht vorhandene Hochschulreife, Vollzeitstudiengänge und die wirtschaftliche Abhängigkeit vom eigenen Arbeitsplatz werden schnell zur unüberwindbaren Hürde. Dies wiegt umso schwerer, da es sich – laut Deutschem Jugendinstitut – um die fortbildungsbereiteste Berufsgruppe überhaupt handelt.
Mit der Gründung des Instituts für Pädagogikmanagement (IfPM) in Bad Dürrheim und dem zugehörigen Bachelor-Studiengang „Pädagogikmanagement“ eröffnet die Off Road Kids Stiftung mit ihren Förderern und Kooperationspartnern erstmals berufserfahrene Erzieher/innen einen gangbaren Weg. Erzieher/innen können fortan auch ohne Abitur den in Deutschland und international anerkannten Hochschulabschluss „Bachelor of Business Administration (BBA)“ erreichen – berufsbegleitend in nur drei Jahren, finanzierbar und familienverträglich.
Das Modell dazu stammt ursprünglich aus Industrie und Wirtschaft: Die Stuttgarter Steinbeis Stiftung mit der zugehörigen Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB) und den über das ganze Bundesgebiet gestreuten Hochschulinstituten (Transferinstituten) bietet traditionell erfahrenen Fachkräften in vielen Berufssparten die Möglichkeit zum berufsbegleitenden Studium. Wie in anderen Industrienationen durchaus üblich, gewichtet die Steinbeis-Hochschule Berlin die Berufserfahrung und den Willen zur Qualifikation als eines Abiturs durchaus ebenbürtige Hochschulzulassungsvoraussetzung und hat damit hervorragende Erfahrungen gesammelt.
Das Bundesland Berlin teilt diese Sicht. Daher ist die Steinbeis-Hochschule in Berlin angesiedelt. Ihre Institute aber befinden sich überall in Deutschland – insbesondere im ländlichen Raum. So ist es den Studierenden leicht möglich, in nächster Nähe ihres Arbeitsplatzes berufsbegleitend zu studieren, zugleich den Arbeitsplatz zu behalten und das Familienleben zu pflegen. Die Studierenden erhalten ausführliche Studien-unterlagen, die sie im Selbststudium vorbereiten und alle drei bis sechs Wochen freitags und samstags am IfPM gemeinsam mit Kommilitonen und Dozenten aufarbeiten. Wenige Blockseminare müssen in Berlin besucht werden.
Mehr noch: Das Steinbeis-System bietet den Studierenden während des dreijährigen Studiums die Gelegenheit, das neu erworbene Wissen sofort in der Praxis zu erproben: Alle Studierenden erarbeiten während des Studiums ein eigenes „Transferprojekt“, das sie meist an ihren regulären Arbeitsplätzen umsetzen. So entsteht auch für den Arbeitgeber ein interessanter Mehrwert durch das Studium seines Arbeitnehmers. Nicht selten danken dies Arbeitgeber ihren Mitarbeitern beispielsweise durch Freistellungen fürs Studium.
Mit dem der Steinbeis-Hochschule Berlin angegliederten Institut für Pädagogikmanagement (IfPM) in Bad Dürrheim und dem berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang „Pädagogikmanagement“ möchte die aus der bundesweiten Straßenkinderarbeit und Jugendhilfe stammende Off Road Kids Stiftung berufserfahrenen Erzieher/innen die Tür zum Hochschulstudium auf pragmatische Weise öffnen und den Weg in Führungspositionen ebnen.
Gerade in Kindergärten und Jugendhilfeeinrichtungen werden schon heute erfahrene Persönlichkeiten mit entsprechender Management- und Kommunikationskompetenz benötigt, die zugleich große Freude an der unmittelbaren operativen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben.
(*DJI Bulletin 80 / 2007, S. 29)







